Die Costa Brava ist von Spaniens Küsten die “Wildeste”. Der nordöstlichste Küstenstreifen an der spanischen Mittelmeerküste hat seinen Namen: “Wilde Küste” durch die Erwähnung, die ein spanischer Schriftsteller über diesen Küstenstreifen 1908 machte, erhalten. Die 220 Kilometer lange Küste verdankt diesen Namen den stark zerklüfteten Felsmassiven, die steil zum Meer abfallen. Dazwischen liegen malerische Fischerdörfer, gemütliche Hafenstädtchen, kleine aber auch große, völlig unverbaute Strände und Buchten, von denen einige nur per Boot zu erreichen sind.
Die Zahl der Costa Brava Strände wird mit insgesamt 195 angegeben. Aber nicht die ganze Küste ist “wild”. Das Land im Golf de Roses weist flache Strände mit feinem Sand auf und südlich von Lloret de Mar findet man flaches, teilweise sumpfiges Küstenland.
Das Küstengebirge ist mit duftenden Pinien -, Korkeichen- und Akazienhainen bewachsen. Die Vegetation ist mediterran und artenreich: Ginster, Zistrosen, würziger Rosmarin und Thymian sind hier zu finden.
Die klassischen Wirtschaftszweige dieser Region waren bis Mitte des 20.Jahrhunderts die Fischerei und Korkindustrie. Im Binnenland waren es eher Landwirtschaft, Weinbau, Keramik und Textil-Metall – und Papierindustrie. Diese Wirtschaftszweige haben zwar an Bedeutung verloren, sind aber noch aktiv. Sehr aktiv wurde ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts der Tourismus betrieben. So hat die Costa Brava heute eine moderne und gut ausgebaute touristische Infrastruktur zu bieten.
Während man in den Dörfern und kleineren Landstädten eher die Unterbringung in Hotels, Pensionen oder aber das typische Ferienhaus Costa Brava wählt, kann man während eines Wanderausfluges in den Pyrenäen dort in bewirtschafteten oder unbewirtschafteten Schutzhütten Unterkunft für die Nacht finden.
Der Winter dieses Küstenstreifens ist mit 6 – 10 Grad mild, im Sommer steigt die Temperatur auf 21 – 30 Grad. Kräftige Seewinde mildern die sommerliche Hitze. Diese Seewinde ziehen auch viele Windsurfer an. Insgesamt bietet dieser Teil der spanischen Küste jährliche 200 warme Sonnentage.
Der Besucher hat eine stattliche Anzahl von interessanten und spektakulären Sehenswürdigkeiten nicht nur an der Küste, sondern auch im Binnenland zur Auswahl.
Sant Pere de Rodes z.B. wartet mit einer romanischen Klosterruine in dramatischer sowie einsamer Lage hoch über dem brodelnden Meer auf. Das Benediktinerkloster wurde zum ersten Mal im 9.Jahrhundert erwähnt. Seine exponierte, gut sichtbare Lage führte jedoch durch zahlreiche Überfälle und Plünderungen ab dem 14. Jahrhundert letztlich zum Untergang des Klosters.
Es gibt drei bedeutenden Nationalparks, von denen besonders der Naturpark Cap de Creus mit seinen ausgezeichneten Wanderwegen zu malerischen Wanderungen einlädt.
Nicht versäumen sollte man die Erkundung des “Dreiecks”, dass die drei wesentlichen Bereiche im Leben und Werk des berühmten Künstlers Salvador Dali darstellt: das Museum in Figueres, das Museum und Wohnhaus in Portlligat und das Schloss in Púbol. Dieses Schloss schenkte Dali seiner Muse Gala. Neben der Kunstsammlung sind hier die Privatzimmer von Gala, die Sammlung ihrer Kleider und der Gruft, in der sie begraben liegt, interessant.
Die katalonische Metropole Barcelona ist 60 Kilometer vom südlichen Rand der sehenswerten Küstenregion entfernt und sollte unbedingt auf der Liste der Tagesausflüge stehen. Allein die atemberaubende Schönheit des Wahrzeichens von Barcelona, der Sagrada Familia, erschaffen von Antonio Gaudi, ist einen Abstecher wert.
